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Es muss fast 30 Jahre her sein, dass ich zum letzen Mal mit einen Eltern und
meinem Bruder Urlaub in Kärnten gemacht habe. 1978 oder 1979 circa. In guter Erinnerung war mir das über Jahre immer warme Wetter und ein blauer, relativ warmer Badesee geblieben. Auch die häufigen und dann starken Gewitter waren noch präsent. Wie genau die Wettkampfstrecke aussieht, konnte ich mir nicht mehr vorstellen. Eine Ahnung bekam ich aus den Berichten von Vereinskollegen, die im letzten Jahr in Klagenfurt gestartet sind und aus dem Internet. Worte.... Am letzten Schultag von Lisa und Jennie fuhren wir direkt nach der Schule bei warmen und sonnigem Wetter nach Süden. Vollgepackt der Touran, mit zwei Mountainbikes und Dachbox auf dem Dach sowie dem eigens für dieses Event angeschafften kleinen Anhänger "Wägelchen" dahinter. Auf oder besser in unserem "Wägelchen" befand sich meine Rennrad und noch zwei Mountainbikes plus Ersatzräder für das Rennrad und einiges an Werkzeug. Man weiß ja nie. Nach einem Zwischenstopp und Übernachtung in Kelheim, dem Eingang zum Altmühltal fuhren wir am Donnerstag Morgen bei strömenden Regen weiter nach Süden. Das Wetter wurde nicht besser, die Berge waren kaum zu sehen und die Stimmung war ehr mittelmäßig. Ob wegen des Wetters oder wegen der langen Reisezeit, sei Mal dahin gestellt :-)
Hier ließ es sich also gut aushalten, zumal das Wetter nun etwas trockener und leicht wärmer wurde. Die Temperaturen lagen bei 20-22 Grad - das Wasser im See auch. Der tägliche Regen sollte uns auch während der nun folgenden 14 Tage in der Ferienwohnung des "KARGELHOF'S" begleiten. Ebenso wie ausreichend Sonne und Wärme. Lediglich zwei Tage waren komplett verregnet.
Die Tage vor dem Tag verbrachten wir vor allem mit Ruhe und Sonnenbaden.
Zumindest was Christine, Lisa und Jennie angeht. Mich plagt da ja mehr so die
innere Unruhe und der Bewegungsdrang. Ein paar Mal war ich zum Schwimmen im
Faaker See, mit und ohne Neoprenanzug, einige Runden in der näheren Umgebung
habe ich mit dem Mountainbike auch gedreht. Lediglich das Laufen habe ich
mir ganz und gar verkniffen. Nur einmal hat es gefährlich gejuckt: Als am
Sonntag vor dem Ironman direkt vor unserer Haustür ein 10-KM-Lauf und ein
Halbmarathon ausgetragen wurde. Ich wollte aber den Start beim IM auf keinen
Fall gefährden und bin eben nicht gestartet, auch weil ich nach wie vor trotz
Medikation Schmerzen hatte. Die kommenden 27,5 KM bis nach Klagenfurt führten weitgehend bergab, immer
wieder garniert mit diesen moderaten Anstiegen. Bis kurz vor Klagenfurt war die
Strecke auf dem Asphalt ausgeschildert, in der Stadt verlor ich ein wenig die
Orientierung, traf dafür aber den Russen wieder, der dasselbe Problem hatte. Wir
waren uns einig, dass wir "einfach" nur Richtung Wörthersee fahren müssten um
zum Wendepunkt und damit auf den Nachhauseweg zu kommen. Wir folgen also der
Beschilderung - bis uns eine Autofahrerin darauf aufmerksam machte, dass wir auf
der Autobahn fuhren. Nun galt es aber Gas geben - umdrehen auf einer Autobahn
ist ja auch nicht so klever. Zwei Tage später habe ich die Runde dann noch einmal gedreht. Diesmal habe ich beide Anstiege zwar als anstrengend aber nicht als unfahrbar empfunden. Gleichwohl blieb es mir ein Rätsel, wie ich am Sonntag die Runde zweimal drehen wollte. Diesmal fuhr ich alleine nur 92,6 KM und einen Schnitt von "nur" 29,96 KM/h. Zusammen mit den Mountainbiketouren hatte ich in den 10 Tagen vor dem Ironman schon 296 KM in den Beinen und gewöhnte mich allmählich an die Steigungen, ohne es zu übertreiben. Am Donnerstag holten wir die Startunterlagen ab, Freitag war Packtag und am Samstag fuhren wir alle schon am Vormittag frühen Vormittag nach Klagenfurt. Die Veranstalter geben sich alle Mühe über 4 Tage möglichst viele Zuschauer und Athleten in die "Ironman-City" zu locken und Geschäfte zu machen. Das Herz der "City" ist die nach Veranstalterangaben "Europas größte Outdoor-Messe". Das mag stimmen. Jedenfalls ist sie imposant und informativ. Nach Schnäppchen sucht man aber weitgehend vergebens. Die Möglichkeiten zum Geldausgeben indes sind wirklich vielfältig. Es gibt alles, was das (Triathlon-)Herz begehrt. Jennifer wollte gerne beim IRONKIDS-Wettbewerb mitmachen - ein Swim & Run -
Veranstaltung für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Hierzu war eine Anmeldung
zwischen 9 und 11 Uhr erforderlich. Die Wettkampfbesprechung für den Ironman
fand ab 10 Uhr im "IRONDOME" statt. Der Dome war ein großes stickiges Festzelt.
Alle die hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze im Zelt raubte einem den Atem. in
diesem Zelt sollte am Wettkampftag die Rückgabe der Kleiderbeutel erfolgen und
der "Athlete's Garden" aufgebaut sein. Die Hitze wurde im Laufe des Tages immer größer und bereitete mir etwas Kreislaufbeschwerden. Die Zeit bis zu Jennie's Start vertrieben wir uns ein wenig auf der Messe, vor allem aber im Schatten der Bäume des Klagenfurter Strandbades, dem Ort der Starts am Samstag und Sonntag. Jennie war erst in der vorletzten Startgruppe dran. Sie kam recht gut aus dem Wasser und konnte dabei etliche andere Mädchen hinter sich lassen. Beim Wechsel zum Laufen verlor sie Zeit, weil sie im Wasser den Chip zur Zeitnahme verloren hatte und nun nachfragte, wie es weiter geht. Für das Laufen war es eindeutig zu warm für sie. Dennoch kämpfte sie prima und kam nach 22:54 Minuten ins Ziel. Bei weitem nicht als letzte. Gratulation, IRONKID! Im Anschluss waren wir alle gar gekocht. Ich konnte nun endlich mein Rad und
die Kleiderbeutel einchecken. Das ging recht zügig vonstatten. Zur
Diebstahlsicherung des Rades aus dem bewachten Parc Fermé wurde ein zusätzlicher
Chip am Rad angebracht und dessen Daten mit dem Chip im Armband der Athleten
gescannt und kombiniert. Zusätzlich wurde ein Foto vom Athleten mit dem Rad
gemacht. Beides, Chips und Foto, wurde beim Auschecken verglichen. Die
Kleiderbeutel hängten wir selbst an die dafür vorgesehen Haken. Freiwillige
Helfer unterstützten, wenn es notwendig wurde. Für Unsicherheit bei mir sorgte
der Umstand, dass ein anderer Athlet sein Fahrrad in den für mich vorgesehenen
Radständer gestellt hatte und in der Wechselzone mehr auffindbar war. Natürlich
hätte ich das Rad entfernen und ggf. an den vorgesehenen Platz stellen können -
aber würde der andere Athlet es am Morgen wiederfinden? Ich selbst möchte den
Schreck, dass mein Rad nicht mehr an dem Platz steht, an dem ich es abgestellt
habe, nicht bekommen.
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