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Es muss fast 30 Jahre her sein, dass ich zum letzen Mal mit einen Eltern und meinem Bruder Urlaub in Kärnten gemacht habe. 1978 oder 1979 circa.
1986 war ich noch einmal kurz mit Christine am Faaker See, kurz vor der Grenze nach Slowenien auf der einen und Italien auf der anderen Seite. Nachdem ich die Anmeldung zum Ironman in Frankfurt für dieses Jahr im letzen Sommer verpasst hatte, haben wir uns für die Österreichische Ausgabe entschieden.

In guter Erinnerung war mir das über Jahre immer warme Wetter und ein blauer, relativ warmer Badesee geblieben. Auch die häufigen und dann starken Gewitter waren noch präsent. Wie genau die Wettkampfstrecke aussieht, konnte ich mir nicht mehr vorstellen. Eine Ahnung bekam ich aus den Berichten von Vereinskollegen, die im letzten Jahr in Klagenfurt gestartet sind und aus dem Internet. Worte....

Am letzten Schultag von Lisa und Jennie fuhren wir direkt nach der Schule bei warmen und sonnigem Wetter nach Süden. Vollgepackt der Touran, mit zwei Mountainbikes und  Dachbox auf dem Dach sowie dem eigens für dieses Event angeschafften kleinen Anhänger "Wägelchen" dahinter.

Auf oder besser in  unserem "Wägelchen" befand sich meine Rennrad und noch zwei Mountainbikes plus Ersatzräder für das Rennrad und einiges an Werkzeug. Man weiß ja nie.

Nach einem Zwischenstopp und Übernachtung in Kelheim, dem Eingang zum Altmühltal fuhren wir am Donnerstag Morgen bei strömenden Regen weiter nach Süden. Das Wetter wurde nicht besser, die Berge waren kaum zu sehen und die Stimmung war ehr mittelmäßig. Ob wegen des Wetters oder wegen der langen Reisezeit, sei Mal dahin gestellt  :-)

Da wir nun zwei Tage früher am Faaker See eintrafen, als wir die Ferienwohnung gebucht hatten fanden wir für zwei Tage Unterkunft in Egg am See, in der wunderschönen Pension "Desirée" , mit einem tollen Blick auf den See und den Karawanken mit dem imposanten Mittagskogel in der Mitte.

Hier ließ es sich also gut aushalten, zumal das Wetter nun etwas trockener und leicht wärmer wurde. Die Temperaturen lagen bei  20-22 Grad - das Wasser im See auch.

Der tägliche Regen sollte uns auch während der nun folgenden 14 Tage in der Ferienwohnung des "KARGELHOF'S" begleiten. Ebenso wie ausreichend Sonne und Wärme. Lediglich zwei Tage waren komplett verregnet.

 

Die Tage vor dem Tag verbrachten wir vor allem mit Ruhe und Sonnenbaden. Zumindest was Christine, Lisa und Jennie angeht. Mich plagt da ja mehr so die innere Unruhe und der Bewegungsdrang. Ein paar Mal war ich zum Schwimmen im Faaker See, mit und ohne Neoprenanzug, einige Runden in der näheren Umgebung habe ich mit dem Mountainbike auch gedreht. Lediglich das Laufen  habe ich mir ganz und gar verkniffen. Nur einmal hat es gefährlich gejuckt: Als am Sonntag vor dem Ironman direkt vor unserer Haustür ein 10-KM-Lauf und ein Halbmarathon ausgetragen wurde. Ich wollte aber den Start beim IM auf keinen Fall gefährden und bin eben nicht gestartet, auch weil ich nach wie vor trotz Medikation Schmerzen hatte.

Fehlt noch was? Ach ja; das Wichtigste: Mit dem Triathlonrad habe ich mir die Radstrecke angesehen. Ausgiebig und gleich zweimal. Denkwürdig war die erste Besichtigung. Zum einen, weil ich doch einen erheblichen Respekt vor den beiden nennenswerten Anstiegen in Egg am See und vor dem Rupertiberg hatte. Nur 800 Meter von unserer Wohnung entfernt führte Radstrecke nach dem Anstieg und der Abfahrt in Egg zurück Richtung Klagenfurt. 60 KM von uns aus. Am Fuße des Rupertibergs kam ich nach 28,5 schon ziemlich geschlaucht an. Ich bin das wellige Terrain so nicht gewohnt, obwohl die Steigungen bis hier mit 2-5%  wirklich moderat waren. Der Respekt vor den nun vor mir liegenden 2 KM langen Anstieg trieb den Puls in die Höhe und die Kette von ganz rechts nach ganz links. Ich vermisste die 3-fach-Kurbel von meinem Rennrad. Oben angekommen bot sich ein herrlicher Ausblick ins Tal und auf die Berge nach Slowenien. Hier traf ich kurz auf einen russischen Fahrer, der vergeblich auf einen Bekannten wartete.

Die kommenden 27,5 KM bis nach Klagenfurt führten weitgehend bergab, immer wieder garniert mit diesen moderaten Anstiegen. Bis kurz vor Klagenfurt war die Strecke auf dem Asphalt ausgeschildert, in der Stadt verlor ich ein wenig die Orientierung, traf dafür aber den Russen wieder, der dasselbe Problem hatte. Wir waren uns einig, dass wir "einfach" nur Richtung Wörthersee fahren müssten um zum Wendepunkt und damit auf den Nachhauseweg zu kommen. Wir folgen also der Beschilderung - bis uns eine Autofahrerin darauf aufmerksam machte, dass wir auf der Autobahn fuhren. Nun galt es aber Gas geben - umdrehen auf einer Autobahn ist ja auch nicht so klever.
Die nächste Abfahrt war unsere und brachte uns direkt zum Wendepunkt. Die zweite Denkwürdigkeit also...

Ab jetzt ging es 30 KM zurück Richtung Egg am See, ungefähr die Hälfte davon führt am Südufer des Wörthersees entlang. Flach und schnell. Hier trafen wir noch zwei weitere Fahrer. Zusammen hielten wir das Tempo sehr hoch - zu hoch für mich, weil ich ja nur locker und kein Rennen fahren wollte. Nachdem der Kollege aus Russland in Velden zuhause war, habe ich dann zu den beiden anderen abreißen lassen. Von hier aus wurde es wieder etwas schwieriger. Besonders der nur 1 KM lange Anstieg nach Egg brachte mich erneut ins Schwitzen. 93,1 KM / ø 30,57 KM/h - ganz schön schnell für eine Besichtigungsfahrt.
 

Zwei Tage später habe ich die Runde dann noch einmal gedreht. Diesmal habe ich beide Anstiege zwar als anstrengend aber nicht als unfahrbar empfunden. Gleichwohl blieb es mir ein Rätsel, wie ich am Sonntag die Runde zweimal drehen wollte. Diesmal fuhr ich alleine nur  92,6 KM und einen Schnitt von "nur"  29,96 KM/h.

Zusammen mit den Mountainbiketouren hatte ich in den 10 Tagen vor dem Ironman schon  296 KM in den Beinen und gewöhnte mich allmählich an die Steigungen, ohne es zu übertreiben.

Am Donnerstag holten wir die Startunterlagen ab, Freitag war Packtag und am Samstag fuhren wir alle schon am Vormittag frühen Vormittag nach Klagenfurt. Die Veranstalter geben sich alle Mühe über 4 Tage möglichst viele Zuschauer und Athleten in die "Ironman-City" zu locken und Geschäfte zu machen. Das Herz der "City" ist die nach Veranstalterangaben "Europas größte Outdoor-Messe". Das mag stimmen. Jedenfalls ist sie imposant und informativ. Nach Schnäppchen sucht man aber weitgehend vergebens. Die Möglichkeiten zum Geldausgeben indes sind wirklich vielfältig. Es gibt alles, was das (Triathlon-)Herz begehrt.

Jennifer wollte gerne beim IRONKIDS-Wettbewerb mitmachen - ein Swim & Run - Veranstaltung für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Hierzu war eine Anmeldung zwischen 9 und 11 Uhr erforderlich. Die Wettkampfbesprechung für den Ironman fand ab 10 Uhr im "IRONDOME" statt. Der Dome war ein großes stickiges Festzelt. Alle die hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze im Zelt raubte einem den Atem. in diesem Zelt sollte am Wettkampftag die Rückgabe der Kleiderbeutel erfolgen und der "Athlete's Garden" aufgebaut sein.
Die Wettkampfbesprechung ergab nichts Neues zu der bereits im Internet veröffentlichten Version, außer der Bestätigung, dass mit Neoprenanzug geschwommen werden durfte. 

Die Hitze wurde im Laufe des Tages immer größer und bereitete mir etwas Kreislaufbeschwerden. Die Zeit bis zu Jennie's Start vertrieben wir uns ein wenig auf der Messe, vor allem aber im Schatten der Bäume des Klagenfurter Strandbades, dem Ort der Starts am Samstag und Sonntag. Jennie war erst in der vorletzten Startgruppe dran. Sie kam recht gut aus dem Wasser und konnte dabei etliche andere Mädchen hinter sich lassen. Beim Wechsel zum Laufen verlor sie Zeit, weil sie im Wasser den Chip zur Zeitnahme verloren hatte und nun nachfragte, wie es weiter geht. Für das Laufen war es eindeutig zu warm für sie. Dennoch kämpfte sie prima und kam nach 22:54 Minuten ins Ziel. Bei weitem nicht als letzte. Gratulation, IRONKID!

Im Anschluss waren wir alle gar gekocht. Ich konnte nun endlich mein Rad und die Kleiderbeutel einchecken. Das ging recht zügig vonstatten. Zur Diebstahlsicherung des Rades aus dem bewachten Parc Fermé wurde ein zusätzlicher Chip am Rad angebracht und dessen Daten mit dem Chip im Armband der Athleten gescannt und kombiniert. Zusätzlich wurde ein Foto vom Athleten mit dem Rad gemacht. Beides, Chips und Foto, wurde beim Auschecken verglichen. Die Kleiderbeutel hängten wir selbst an die dafür vorgesehen Haken. Freiwillige Helfer unterstützten, wenn es notwendig wurde. Für Unsicherheit bei mir sorgte der Umstand, dass ein anderer Athlet sein Fahrrad in den für mich vorgesehenen Radständer gestellt hatte und in der Wechselzone mehr auffindbar war. Natürlich hätte ich das Rad entfernen und ggf. an den vorgesehenen Platz stellen können - aber würde der andere Athlet es am Morgen wiederfinden? Ich selbst möchte den Schreck, dass mein Rad nicht mehr an dem Platz steht, an dem ich es abgestellt habe, nicht bekommen.
Also stellte ich nach Absprache mit einem Helfer mein Rad auf den Platz des anderen - ebenfalls ein guter Abstellplatz in der allerletzten Reihe und daher gut zu finden. Ich hoffte nur, dass es am Morgen noch immer dort stehen würde.

nächste: Raceday

 

 

 

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