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After Race
Das war es nun. Die Unbilden des Tages waren an mir vorbeigezogen. Ich hatte nicht aufgegeben und das Unwetter hatte mich nicht getroffen.
Die Zuschauermenge im Ziel macht den Wettkampf für mich einmal mehr unvergesslich. Die Stimmung war sicher nicht so intensiv, wie vor 2 Jahren bei meinem ersten Ironman in Frankfurt, aber das wird wohl nur ein Start in Hawaii toppen können. Die Erfahrung bei den Solo-Marathons zeigt da: der erste in Hamburg war der schönste und hat sich in das Gehirn für alle Zeiten eingebrannt. Objektiv gesehen gab es schönere, aber das subjektive alleine zählt. In diese Gedanken versunken schlenderte ich mit einer Flasche Mineralwasser in der Hand zum "Ironman-Dome", um in Ruhe meinen Kleiderbeutel in Empfang nehmen und duschen zu können. Ich erwartete auch ein gut ausgestattetes Finisher-Buffet - obwohl ich keinen Hunger hatte. Die Kleiderbeutelausgabe gestaltete sich in meinem Fall ein wenig schwer. Der Beutel hing nicht an einem Haken sondern war von der Helferin am Morgen an einem Ring festgeknotet wurden, so, dass er abgeschnitten werden musste. Pech nur, dass weder Schere noch Messer verfügbar waren. Erschöpft wartete ich einige Minuten auf einer Bank in den feuchtwarmen, überhitzten Zelt, um dann endlich zu den Duschen zu gehen. Ich merkte schon, wie sich der Kreislauf langsam zu verkrümeln versuchte. Die Duschen bestanden aus zwei Duschcontainern á 4 Duschen, wovon eine defekt war. Wenn man(n) gutwillig denkt, war einer der Container für die Frauen, einer für die Männer. Aber wen kümmert das, wenn die Männer sowieso in der Überzahl sind? Umgezogen wird sich unter freiem Himmel und so stehen mehr Männer als Frauen mehr oder weniger bekleidet in einer Schlange und warten auf die nächste freie Dusche. Manche Frauen zogen dann auch lieber unverrichteter Dinge von dannen. Bei aller Liebe: In diesem Moment hat man für viele Dinge einen Kopf, aber es kümmert kaum, welches Geschlecht vor, hinter oder neben einem steht. Allenfalls erfreut man sich ohne Hintergedanken... Wider Erwarten bekam ich warmes Wasser ab, was nicht selbstverständlich ist. Den Vorgang selbst gestaltete ich so kurz wie möglich, um denn Verpflegungsständen schnell näher zu kommen. Draußen zog ich mir trockene Sachen an klönte noch ein wenig mit dem Nachbarn und ging dann wieder in das dämliche, schlecht belüftete Zelt, um etwas zu trinken. Gegessen habe ich nur ein kleines Stück Pizza, dass da mehr oder weniger zufällig auf einem Haufen herum lag. Für eine warme Suppe wollte ich mich nicht anstellen, dazu fehlte die Kraft. Ein Bier wollte ich mir auch (leider) nicht zumuten. So sammelte ich einige Minuten lang Kraft auf einer Bank im Zelt und schleppte mich dann zur Urkunden- und Finisher-T-Shirt-Ausgabe. Unmittelbar darauf rannte ich aus dem Zelt und setzte mich im Schatten auf eine Bank, wo ich kurz mit einem Engländer ins Gespräch kam. Zwischenzeitlich hatte ich Lisa angerufen und einen Treffpunkt vor dem Standbad vereinbart. Dort holte mir Christine ein belegtes Brötchen, was ganz nach meinem Geschmack war. Nun war ich bereit und in der Lage mein Bike und die restlichen zwei Kleiderbeutel abzuholen. Der Tag danach Wie zu erwarten habe ich die Nacht nicht gut geschlafen. Der Motor dreht noch auf vollen Touren und ist auf Höchstleistung programmiert und vorbereitet. So war ich froh, als ich um 8 Uhr aufstehen und Brötchen holen konnte. Zum ersten Mal in diesem Urlaub nicht mit dem Rad. Die Beine waren doch sehr, sehr schwer. Die Begutachtung des Rades ergab, dass das Vorderrad einen Schlag abbekommen hat, der Lenker ist nur verdreht und hat lediglich eine derbe Schramme abbekommen. Alles andere ist im Lot. Das Rad habe ich zu einem Triathlongeschäft, dass ich auf der Radstrecke gesehen hatte, gebracht. Dort hat man es nur widerwillig entgegen genommen, weil ich es nicht dort gekauft habe. Das Versprechen, es bis Donnerstag repariert zu haben konnte aufgrund eines Todesfalls aber nicht eingehalten werden. Zuhause hat es dann auch erst die zweite Werkstatt einigermaßen richten können. Ganz lässt sich die Unwucht aber nicht mehr beseitigen. Den Rest der (Urlaubs-)woche verbrachte ich noch beim Relaxen mit der Familie, fuhr aber auch noch zweimal mit dem Rennrad. Hier kamen nun die mitgeschleppten Ersatzlaufräder zum Einsatz. Am Dienstag 51 KM, überwiegend flach und am Mittwoch noch einmal die 90 KM-Ironman-Runde zum abgewöhnen. Das wurde auf den letzten 20 KM doch sehr anstrengend. Gelaufen bin ich seit dem nicht mehr. Die Schmerzen sind nach wie vor präsent, einen Termin bei einem Sportarzt habe ich erst am 11. August bekommen.
Das Finisherfoto ist auch nicht so doll geworden,
wegen des Riesenkerls, unter dem ich noch durch getaucht bin. In Frankfurt lief
ein kleines Kind dazwischen. Es soll wohl nicht sein. Aber: eine Möglichkeit gibt es ja noch: Am 04. Juli 2010 wieder in Frankfurt!
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